Zum Inhalt springen

Faktencheck zur neuen Straßenbeleuchtung: Warum Großenlüder auf intelligente LED-Technik setzt

Licht an für mehr Sicherheit und Effizienz: In der Gemeinde Großenlüder hat die nächste Phase der Modernisierung der Straßenbeleuchtung begonnen. Nachdem die Ortsteile Eichenau, Lütterz und Uffhausen bereits erfolgreich umgestellt wurden, folgen in den nächsten Wochen Bimbach, Kleinlüder, Müs sowie der Kernort Großenlüder. Damit endet eine Phase, die viele Bürger bewegt hat: Die nächtliche Abschaltung zwischen 0:00 Uhr und 4:30 Uhr gehört der Vergangenheit an.

In Eichenau ist die Umrüstung auf LED-Technik bereits abgeschlossen. Foto: CDU Großenlüder

Die CDU-Fraktion in Großenlüder nimmt dies zum Anlass, die Hintergründe der Millioneninvestition und die technischen Notwendigkeiten in einem Faktencheck zu erläutern.

1. Warum wird überhaupt umgestellt?

Nach dem Überfall Russlands auf die Ukraine war ganz Deutschland im Herbst 2022 aufgefordert Energie einzusparen, um drohenden Stromausfällen vorzubeugen. Die von der Gemeinde ergriffenen Maßnahmen waren unter anderem die zeitweise Nachtabschaltung der Straßenbeleuchtung in allen Ortsteilen von Großenlüder. Die Reaktionen der Bürger waren hierzu überwiegend ablehnend und oft von subjektivem Sicherheitsgefühl geleitet.

Die CDU-Fraktion hat die Anliegen aufgenommen und sich für eine Verbesserung der Situation eingesetzt. Mit einem auf Initiative der CDU einstimmig gefassten Beschluss der Gemeindevertretung vom Dezember 2022, wurde die Grundlage für eine umfassende Problemlösung geschaffen. Das Ziel war klar definiert: Die Straßenbeleuchtung soll aus Sicherheitsgründen wieder die ganze Nacht leuchten, gleichzeitig müssen aber die Energiekosten und die Lichtverschmutzung massiv sinken. „Es war uns ein Kernanliegen, die nächtliche Dunkelheit, die wir als Sparmaßnahme infolge der Energiekrise 2022 einführen mussten, schnellstmöglich zu beenden. Aber eine Rückkehr zum alten System wäre wirtschaftlich und ökologisch nicht zielführend gewesen“, erklärt der CDU-Fraktionsvorsitzende Edgar Möller.

2. Was bedeutet „innovative Beleuchtungssteuerung“?

Die neue Technik ist weit mehr als nur ein Leuchtmittelwechsel. Sie funktioniert „intelligent“ – ähnlich wie moderne Alltagsgeräte: Jeder kennt es vom Handy – in heller Umgebung strahlt das Display stark, in der Nacht dimmt es sich automatisch ab, um den Akku zu schonen. Genauso agiert die neue Straßenbeleuchtung: Sie passt ihre Intensität den Dämmerungsverhältnissen an. Künftig ist es ebenso möglich, unterschiedliche Dimmprofile für Wohngebiete oder Durchgangsstraßen zu erstellen. Technisch denkbar wären auch Bewegungsmelder, die bei Fußgängern die Helligkeit der Lampen erhöhen und später wieder abdunkeln.

3. Warum brauchen wir plötzlich mehr Lampenmasten?

Ein teilweise geäußerter Kritikpunkt ist die Neuplanung der Standorte. Da moderne LED-Leuchten das Licht sehr präzise und mit deutlich weniger Streuverlusten auf die Straße bringen, müssen Standorte nach strengen DIN-Normen neu berechnet werden. „Es reicht nicht, einfach nur die Birne zu tauschen“, so Edgar Möller. „Damit die intelligente Steuerung und die gezielte Ausleuchtung funktionieren, brauchen wir eine Lichtplanung für jeden Straßenzug. Das führt dazu, dass an einigen Stellen zusätzliche Masten gesetzt werden müssen, um dunkle Flecken zu vermeiden und die Sicherheit nach dem Stand der Technik zu garantieren.“

4. Rechtfertigt die Ersparnis die Kosten von 3,79 Millionen Euro?

Die Gesamtkosten werden aktuell auf ca. 3,79 Millionen Euro geschätzt. Die Förderung von Bund und Land beträgt 452.000 Euro. Die CDU-Fraktion geht offen damit um, dass sich eine Investition dieser Größenordnung rein über die Stromersparnis erst nach über 10 Jahren amortisieren wird. Dennoch ist dieser Schritt für die Gemeinde wirtschaftlich vernünftig und inhaltlich geboten. „Wir dürfen den Nutzen dieser Modernisierung nicht allein an der Amortisationszeit messen“, betont Edgar Möller. „Alte Beleuchtungssysteme werden zunehmend wartungsintensiv, Ersatzteile sind schwerer zu bekommen und herkömmliche Leuchtmittel verschwinden vom Markt. Hätten wir nur das Nötigste getan, müssten wir Jahr für Jahr hohe Summen in die Wartung und Reparatur eines veralteten Systems stecken, ohne jemals den Standard einer modernen Ausleuchtung zu erreichen.“

Die Investition ist daher eine Entscheidung für die Generationengerechtigkeit: Einmalig wird jetzt eine Infrastruktur geschaffen, die für die nächsten Jahrzehnte Bestand hat. Gleichzeitig wird durch die Stromersparnis von 70 % der finanzielle Spielraum geschaffen, um die Nachtabschaltung dauerhaft zu beenden. „Sicherheit ist für uns ein hohes Gut, das man nicht eins zu eins gegen eine Amortisationsrechnung aufwiegen kann“, so Möller weiter. „Durch die intelligente Steuerung garantieren wir die Sicherheit unserer Bürger in der Nacht, entlasten massiv die Umwelt und sichern den Werterhalt unserer Gemeinde – das ist der eigentliche Gewinn dieser Maßnahme.“

5. Wer entscheidet über die Standorte?

Die CDU-Fraktion betont, dass die Lichtplanung eine komplexe fachliche Aufgabe ist. „Wir halten es für nicht zielführend, diese Entscheidung beispielsweise den Ortsbeiräten aufzuerlegen“, stellt Möller klar. „Unsere ehrenamtlichen Mandatsträger sind Kaufleute, Handwerker oder Landwirte – sie sind Experten für ihren Ort, aber keine Lichtplaner. Wir müssen uns hier auf die fachliche Expertise und die gesetzlichen Normen verlassen können, um eine rechtssichere und optimale Beleuchtung zu gewährleisten.“

Ein Gewinn für die Gemeinde

Ein Blick auf die bereits umgestellten Ortsteile zeigt den Erfolg. Dazu Edgar Möller abschließend: „Ohne unseren konsequenten Antrag und die Hartnäckigkeit in der Umsetzung würde es künftig in Großenlüder nachts immer noch dunkel sein. Jetzt schaffen wir eine Lösung, die Sicherheit, Umweltschutz und Wirtschaftlichkeit vereint.“